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Interview mit Nedo Varagic von LAGERBOX zu Employer Branding, Recruiting-Erfolgen und Mitarbeiterbindung

  • vor 1 Tag
  • 6 Min. Lesezeit

Nedo Varagic ist 36 Jahre alt und seit neun Jahren Head of HR bei LAGERBOX. Das Unternehmen gehört zu den führenden Selfstorage-Anbietern in Deutschland und ist mit über 34 Standorten in Deutschland vertreten. Gemeinsam mit seinem Team verantwortet Nedo alles, was die Arbeitswelt bei LAGERBOX ausmacht – von Recruiting über Weiterentwicklung bis zur Unternehmenskultur.


In den letzten Jahren hat LAGERBOX ein beachtliches Wachstum hingelegt. Nedo stand dabei vor der Herausforderung, die Kultur nicht dem Zufall zu überlassen, sondern bewusst zu gestalten. Gemeinsam mit der Employer Branding Beratung hooman Employer Marketing hat er eine authentische Arbeitgebermarke entwickelt. Sie spiegelt sich im Claim „Hier ist dein Platz" wider und zeigt messbare Wirkung. Seit der neue Claim im Einsatz ist, sind die Bewerberzahlen sind gestiegen, die Fluktuation deutlich gesunken und sogar die Krankheitstage konnten reduziert werden.


Im Interview spricht Nedo darüber, wie dieser Prozess konkret ablief und welche Rolle Messbarkeit dabei spielte. Er berichtet, wie HR-Kennzahlen wie Time to Hire, Cost of Hire und der interne Happiness Index helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Und er erklärt, warum eine starke Arbeitgeberpositionierung mehr ist als nur schöne Worte, nämlich ein echter Business Case. Wir wünschen Euch Viel Spaß & Inspiration beim Lesen!


Nedo, vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst. Könntest du dich und deine Rolle bei LAGERBOX unseren Lesern kurz vorstellen?


Ich bin 36 Jahre alt und seit neun Jahren bei LAGERBOX. Als Head of HR kümmere ich mich mit meinem Team um alles, was unsere Arbeitswelt ausmacht, von Recruiting bis Weiterentwicklung.Mir ist wichtig, dass jeder bei uns das Gefühl hat, wirklich am richtigen Ort zu sein, ganz nach unserem Motto: Hier ist dein Platz.


LAGERBOX hat in den letzten Jahren ein beachtliches Wachstum hingelegt. Was war der Auslöser für die Zusammenarbeit mit hooman und welche übergeordneten Ziele wurden damit verfolgt?


In den letzten Jahren sind wir stetig gewachsen und mit dem Wachstum kamen natürlich auch neue Herausforderungen. Uns war wichtig, unsere Kultur nicht dem Zufall zu überlassen, sondern klar zu definieren, wofür wir stehen. Gemeinsam mit hooman wollten wir das herausarbeiten, nicht theoretisch, sondern auf Basis dessen, was unsere Mitarbeitenden wirklich erleben und fühlen. Gleichzeitig hatten wir die Hoffnung, dadurch im Recruiting stärker zu werden und unsere Mitarbeitenden langfristig noch besser zu binden. So ist Schritt für Schritt ein authentisches Bild unserer Arbeitgebermarke entstanden.


Du sprachst von einer umfassenden Kulturanalyse und der Ableitung einer Employer Value Proposition (EVP). Welche Rolle spielte diese Analyse bei der Definition eurer Arbeitgeberidentität und wie wurde die EVP konkret entwickelt?


Die Kulturanalyse war für uns der wichtigste Schritt, um wirklich zu verstehen, wer wir als Arbeitgeber sind und nicht nur, wer wir sein möchten. Wir wollten kein künstliches Bild schaffen, sondern das sichtbar machen, was LAGERBOX schon ausmacht. Gemeinsam mit hooman haben wir in Interviews und Fokusgruppen sehr ehrlich hingeschaut: Was schätzen unsere Mitarbeitenden an LAGERBOX? Wo liegen unsere Stärken, aber auch unsere blinden Flecken?


Aus diesen Erkenntnissen sind drei zentrale Positionierungsthemen entstanden, die uns heute leiten: füreinander einstehen, Exzellenz in der Kundenberatung und „Tablett trifft Taschenmesser“ – also der Mix aus Dienstleisterherz und Allrounder-Mentalität.

Diese drei Werte bilden die Grundlage unserer EVP. Sie beschreiben, wofür wir als Arbeitgeber stehen und finden ihren Ausdruck in unserem Claim: Hier ist dein Platz.


Der Claim "Hier ist dein Platz" ist sehr prägnant. Wie kam es zu dieser Formulierung und welche Werte von LAGERBOX sollen damit transportiert werden?


Der Claim ist im Austausch mit hooman und auf Basis der Erkenntnisse aus unserer Kulturanalyse entstanden. Viele Mitarbeitende haben beschrieben, dass sie sich bei LAGERBOX wohlfühlen, weil sie so sein können, wie sie sind. Mit all ihren Stärken, Erfahrungen und Eigenheiten.


Mit diesem Claim zeigen wir bewusst, dass bei uns Platz für Menschen ist, mit all dem, was sie ausmacht. Er steht für das, was uns bei LAGERBOX wirklich wichtig ist: füreinander da zu sein, unseren Kundinnen und Kunden den besten Service zu bieten und als Allrounder Dinge einfach anzupacken. Der Claim bringt genau das auf den Punkt – er zeigt, dass bei uns Platz für Menschen ist, die mit Herz, Verstand und Teamgeist arbeiten.


Wie wurde der Claim "Hier ist dein Platz" in der internen und externen Kommunikation von LAGERBOX implementiert, um Talente anzuziehen und die Mitarbeiterbindung zu stärken? Kannst du ein paar konkrete Beispiele nennen?


Nachdem der Claim feststand, war uns wichtig, dass er nicht einfach auf Plakaten oder in Stellenanzeigen steht, sondern wirklich gelebt wird. Deshalb haben wir ihn Schritt für Schritt in unsere Kommunikation und Prozesse integriert, intern wie extern.

Intern spüren unsere Kolleginnen und Kollegen den Gedanken von „Hier ist dein Platz“ vor allem im täglichen Miteinander. Er ist Teil unseres Onboardings, taucht in unseren Willkommensbotschaften, Workshops und Feedbackformaten auf und prägt die Art, wie wir über Zusammenarbeit sprechen. Auch Formate wie unser intern entwickelter Happiness Index oder unsere internen Stories zeigen, wie wir füreinander einstehen und was Zusammenhalt bei uns bedeutet.


Extern haben wir unsere gesamte Bewerberkommunikation an der EVP ausgerichtet. Die Stellenanzeigen wurden so überarbeitet, dass unsere Werte schon dort erkennbar sind. Der Claim „Hier ist dein Platz“ zieht sich inzwischen durch den gesamten Bewerbungsprozess, von der Eingangsbestätigung über das Vorstellungsgespräch bis hin zur finalen Zusage. So entsteht von Anfang an ein authentisches Bild davon, wer wir sind und was Bewerbende bei uns erwartet.


Du erwähntest eine deutliche Reduzierung offener Stellen und eine Steigerung der Bewerberzahlen. Welche HR-Kennzahlen nutzt ihr, um den Erfolg dieser Maßnahmen im Recruiting zu messen, und welche Entwicklungen konntet ihr hier feststellen?


Wir messen den Erfolg unserer Maßnahmen im Recruiting regelmäßig anhand von Kennzahlen wie der Anzahl der eingehenden Bewerbungen, der offenen Stellen, der Time to Hire und der Cost of Hire.


Seit der Einführung unserer Arbeitgeberpositionierung und dem Claim „Hier ist dein Platz“ sehen wir eine positive Entwicklung, sowohl in der Quantität als auch in der Qualität der Bewerbungen. Es melden sich mehr Menschen, die wirklich zu uns passen und sich mit unseren Werten identifizieren. Das zeigt uns, dass unsere Kommunikation authentisch ankommt und wir damit die richtigen Menschen erreichen.


Neben dem Recruiting ist die Mitarbeiterbindung ein zentrales Thema. Welche Auswirkungen hatten die umgesetzten Maßnahmen auf die Fluktuation und die allgemeine Mitarbeiterzufriedenheit bei LAGERBOX?


Mitarbeiterbindung ist für uns genauso wichtig wie erfolgreiches Recruiting. Durch die Arbeit an unserer EVP und den offenen Austausch über unsere Werte hat sich unser Miteinander spürbar verändert. „Hier ist dein Platz“ ist für viele kein Satz mehr, sondern etwas, das sie im Alltag erleben – durch Unterstützung, Feedback und echtes Teamgefühl.

Das zeigt sich auch in den Zahlen: Die Fluktuation ist signifikant gesunken, und die Rückmeldungen in unseren Mitarbeiterumfragen, besonders zum Thema füreinander einstehen, fallen sehr positiv aus. Für mich ist das die schönste Bestätigung, dass wir kulturell viel bewegt haben.


Die Reduzierung von Krankheitstagen bei LAGERBOX ist ein weiterer beeindruckender Erfolg. Welche Rolle spielen eure HR-Maßnahmen bei dieser Entwicklung und wie bewertest du den Zusammenhang?


Die Reduzierung der Krankheitstage hängt vor allem damit zusammen, dass wir offene Stellen deutlich schneller besetzen konnten. Unsere Standorte arbeiten in 2er-Teams, und längere Phasen des Alleinarbeitens waren für viele vorher eine echte Belastung. Dass diese Zeiten kürzer geworden sind, hat spürbar zur Entlastung beigetragen.Zusätzlich nutzen wir mit openup ein Tool, das unsere Mitarbeitenden bei Themen rund um mentale Gesundheit unterstützt. So können sie frühzeitig Hilfe in Anspruch nehmen – und auch das trägt aus meiner Sicht dazu bei, dass Krankheitstage insgesamt zurückgegangen sind.


Aus dem Projekt mit hooman sind weitere interne Initiativen entstanden, etwa Mitarbeiterumfragen und ein HR-Dashboard. Welche Bedeutung haben diese Tools und Projekte für die kontinuierliche Weiterentwicklung eurer HR-Strategie?


Die Mitarbeiterumfragen und das HR-Dashboard sind für uns wichtige Werkzeuge geworden, um Entwicklungen im Unternehmen wirklich sichtbar zu machen. Wir wollen nicht nur auf unser Bauchgefühl hören, sondern verstehen, wie es den Menschen bei LAGERBOX tatsächlich geht. Durch unseren Happiness Index, den wir regelmäßig durchführen, bekommen wir ehrliches Feedback dazu, was gut läuft und wo wir noch besser werden können. Das HR-Dashboard hilft uns, diese Rückmeldungen mit Zahlen zu verknüpfen – zum Beispiel bei Themen wie Fluktuation, Bewerbungszahlen oder Krankheitstagen.Beides zusammen gibt uns eine gute Grundlage, um Entscheidungen zu treffen, die zu unserer Kultur passen.


Mit Blick auf die Zukunft: Welche weiteren Schritte plant ihr im Bereich HR bei LAGERBOX um die positiven Entwicklungen fortzusetzen und die Arbeitgeberattraktivität weiter zu steigern?


Wir sehen die Entwicklung unserer Arbeitgebermarke nicht als Projekt mit einem Endpunkt, sondern als etwas, das sich ständig weiterentwickelt. Der nächste Schritt ist für uns, das Thema Lernen und Wissensaustausch noch stärker zu fördern.


Eine Idee, an der wir gerade arbeiten, ist ein Peer-to-Peer-Learning-Programm, bei dem Kolleginnen und Kollegen ihr Wissen und ihre Erfahrungen untereinander teilen können – ganz im Sinne von „Hier ist dein Platz“, weil jede und jeder etwas beizutragen hat.


Unser Ziel ist es, Lernen stärker in den Alltag zu integrieren und Räume zu schaffen, in denen Menschen sich gegenseitig unterstützen und weiterentwickeln können.


Hier geht es zu LAGERBOX:








Vielen Dank für die spannenden Insights und dass Du Dir die Zeit genommen hast, lieber Nedo! Wir hoffen, dass sich möglichst viele weitere Unternehmen von Eurem Vorbild dazu ermutigt fühlen, auch ihr HR stärker auf Messbarkeit auszurichten und mit klaren Kennzahlen zu echten Erfolgen zu kommen.


Das Gespräch führte: Dominik Bernauer 

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